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Schumann - Song Cycle Opus 24
(Liederkreis)

1. Morgens steh’ ich auf und frage

 

Morgens steh’ ich auf und frage:

Kommt feins Liebchen heut?

Abends sink’ ich hin und klage:

Ausblieb sie auch heut.

 

In der Nacht mit meinem Kummer

Lieg’ ich schlaflos, lieg’ ich wach;

Träumend, wie im halben Schlummer,

Träumend wandle ich bei Tag.

2. Es treibt mich hin

 

Es treibt mich hin, es treibt mich her!

Noch wenige Stunden, dann soll ich sie schauen,

Sie selber, die schönste der schönen Jungfrauen;

Du armes Herz, was pochst du so schwer?

 

Die Stunden sind aber ein faules Volk!

Schleppen sich behaglich träge,

Schleichen gähnend ihre Wege;

Tummle dich, du faules Volk!

 

Tobende Eile mich treibend erfasst!

Aber wohl niemals liebten die Horen;

Niemals, niemals liebten die Horen

Heimlich im grausamen Bunde verschworen,

Spotten sich tückisch der Liebenden Hast.

3. Ich wandelte unter den Bäumen

 

Ich wandelte unter den Bäumen

Mit meinem Gram allein;

Da kam das alte Träumen,

Und schlich mir ins Herz hinein.

 

Wer hat euch dies Wörtlein gelehret,

Ihr Vöglein in luftiger Höh’?

Schweigt still! wenn mein Herz es höret,

Dann tut es noch einmal so weh.

 

Es kam ein Jungfräulein gegangen,

Die sang es immerfort,

Da haben wir Vöglein gefangen

Das hübsche, goldne Wort.

 

Das sollt ihr mir nicht erzählen,

Ihr Vöglein wunderschlau;

Ihr wollt meinen Kummer mir stehlen,

Ich aber niemanden trau’,

Ich aber niemanden trau’.

4. Lieb’ Liebchen

 

Lieb Liebchen, leg’s Händchen aufs Herze mein;

Ach, hörst du, wie ‘s pochet im Kämmerlein?

Da hauset ein Zimmermann schlimm und arg,

Der zimmert mir einen Totensarg.

 

Es hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht;

Es hat mich schon längst um den Schlaf gebracht.

Ach sputet Euch, Meister Zimmermann,

Damit ich balde schlafen kann.

5. Schöne Wiege meiner Leiden

 

Schöne Wiege meiner Leiden,

Schönes Grabmal meiner Ruh’,

Schöne Stadt, wir müssen scheiden,

Lebe wohl! ruf’ ich dir zu,

Lebe wohl, lebe wohl!

 

Lebe wohl, du heil’ge Schwelle,

Wo da wandelt Liebchen traut;

Lebe wohl! du heil’ge Stelle,

Wo ich sie zuerst geschaut.

Lebe wohl, lebe wohl!

 

Hätt’ ich dich doch nie gesehen,

Schöne Herzenskönigin!

Nimmer, nimmer wär es dann geschehen,

Dass ich jetzt so elend bin.

 

Nie wollt’ ich dein Herze rühren,

Liebe hab’ ich nie erfleht;

Nur ein stilles Leben führen

Wollt’ ich, wo dein Odem weht,

Wo dein Odem weht.

 

Doch du drängst mich selbst von hinnen,

Bittre Worte spricht dein Mund;

Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,

Und mein Herz ist krank und wund.

 

Und die Glieder matt und träge

Schlepp’ ich, schlepp’ ich fort am Wanderstab,

Bis mein müdes Haupt ich lege

Ferne in ein kühles Grab.

 

Schöne Wiege meiner Leiden,

Schönes Grabmal meiner Ruh’,

Schöne Stadt, wir müssen scheiden,,

Lebe wohl, lebe wohl!

6. Warte, warte wilder Schiffmann

 

Warte, warte, wilder Schiffmann,

Gleich folg’ ich zum Hafen dir;

Gleich, gleich, gleich!

Von zwei Jungfraun nehm’ ich Abschied,

Von Europa und von Ihr.

 

Blutquell, rinn’ aus meinen Augen,

Blutquell, brich aus meinem Leib,

Dass ich mit dem heissen Blute

Meine Schmerzen niederschreib’.

 

Ei, mein Lieb, warum just heute

Schaudert dich, mein Blut zu sehn?

Sahst mich bleich und herzeblutend

Lange Jahre vor dir stehn! Oh!

 

Kennst du noch das alte Liedchen

Von der Schlang’ im Paradies,

Die durch schlimme Apfelgabe

Unsern Ahn ins Elend stiess?

 

Alles Unheil brachten Äpfel!

Eva bracht’ damit den Tod,

Eris brachte Trojas Flammen,

Du, du bracht’st beides, Flamm’ und Tod.

7. Berg und Burgen schaun herunter

 

Berg’ und Burgen schaun herunter

In den spiegelhellen Rhein,

Und mein Schiffchen segelt munter,

Rings umglänzt von Sonnenschein,

Rings umglänzt von Sonnenschein.

 

Ruhig seh’ ich zu dem Spiele

Goldner Wellen, kraus bewegt;

Still erwachen die Gefühle,

Die ich tief im Busen hegt’,

Die ich tief im Busen hegt’.

 

Freundlich grüssend und verheissend

Lockt hinab des Stromes Pracht;

Doch ich kenn’ ihn, oben gleissend,

Bringt sein Innres Tod und Nacht,

Bringt sein Innres Tod und Nacht.

 

Oben Lust, in Busen Tücken,

Strom, du bist der Liebsten Bild!

Die kann auch so freundlich nicken,

Lächelt auch so fromm und mild,

Lächelt auch so fromm und mild.

8. Anfangs wollt’ ich fast verzagen

 

Anfangs wollt’ ich fast verzagen,

Und ich glaubt’, ich trüg’ es nie;

Und ich hab’ es doch getragen

Aber fragt mich nur nicht, wie?

Nicht, wie?

9. Mit Myrten und Rosen

 

Mit Myrthen und Rosen, lieblich und hold,

Mit duft’gen Cypressen und Flittergold,

Möcht’ ich zieren dies Buch wie ’nen Totenschrein,

Und sargen meine Lieder hinein.

 

O könnt’ ich die Liebe sargen hinzu!

Auf dem Grabe der Liebe wächst Blümlein der Ruh’,

Da blüht es hervor, da pflückt man es ab,

Doch mir blüht’s nur, wenn ich selber im Grab,

wenn ich selber im Grab.

 

Hier sind nun die Lieder, die einst so wild,

Wie ein Lavastrom, der dem Ätna entquillt,

Hervorgestürzt aus dem tiefsten Gemüt,

Und rings viel blitzende Funken versprüht!

 

Nun liegen sie stumm und totengleich,

Nun starren sie kalt und nebelbleich,

Doch aufs neu’ die alte Glut sie belebt,

Wenn der Liebe Geist einst über sie schwebt,

Doch aufs neu’ die alte Glut sie belebt,

Wenn der Liebe Geist einst über sie schwebt.

 

Und es wird mir im Herzen viel Ahnung laut;

Der Liebe Geist einst über sie taut;

Einst kommt dies Buch in deine Hand,

Du süsses Lieb, du süsses Lieb im fernen Land.

 

Dann löst sich des Liedes Zauberbann,

Die blassen Buchstaben schaun dich an,

Sie schauen dir flehend ins schöne Aug’,

Und flüstern mit Wehmut und Liebeshauch.

1. Every Morning I Wake Thinking

 

Every morning I wake thinking,

Will she come today?

Evening comes, my heart is sinking,

Once more she has stayed away.

 

All night long I lie in sorrow,

Sleepless in a dreamy haze,

And I'll walk around tomorrow,

Half asleep I pass the days.

2. I’m Rushing There

 

I'm rushing here, I'm rushing there,

It's just a few moments until our next meeting.

You poor fragile heart, how fast is your beating,

And she is the fairest of the fair.

 

The hours are such a lazy crowd,

Slowly moving in idle measure,

Creeping, yawning at their leisure,

Hurry on you lazy crowd.

 

Raging impatience seizes me fast,

But perhaps time has never known love,

Never, never known what is love,

Secretly, cruelly sworn not to move,

Mocking and spiteful they laugh at love's haste.

3. I Walk Under Leafy Branches

 

I walk under leafy branches

alone with all my pain;

Here came my distant fancies,

And stole through my heart again.

 

You birds flying round in the clearing,

Who taught you that little word you sing?

Oh hush, for my heart is hearing

Those words and the grief that they bring.

 

There came a young maiden here singing,

The same song we often heard,

That song through the woodland was ringing,

And those sweet golden words.

 

Don't tell me what I am feeling,

You birds so cruel and sly,

And why all my grief are you stealing?

On no one can I rely?

On no one can I rely?

4. Dear Love

 

Dear love lay your hand on this heart of mine;

And hear how it throbs in its room all the time,

Inside lives a carpenter, bad is he,

He's making a coffin - just for me.

 

By night and by day from the time he arrived;

He hammers and taps, of my sleep I'm deprived.

Oh then master carpenter work fast,

That I may soon - sleep at last.

5. Lovely Cradle Of My Grieving

 

Lovely cradle of my grieving,

Lovely tomb where peace I knew,

Lovely town that I am leaving,

Farewell I call to you,

Farewell, farewell.

 

So farewell you sacred household,

Where my sweetheart passed her days;

And farewell you hallowed threshold,

Where she first returned my gaze.

Farewell, farewell.

 

Had your face I’d never seen,

Lovely queen of all my heart.

Never, never, this could not have been,

That I now so sad depart.

 

I knew not your heart was aching,

For your love I did not crave,

Just a peaceful life I'm seeking,

Breathing in the air you breathe,

Breathing in the air you breathe.

 

But you drove me into going,

Bitter words I'll hear no more;

Frenzied thoughts within me growing,

And my heart is sick and sore.

 

And with limbs so worn and feeble,

Dragging, dragging onward with my stave,

Till my weary head I cradle,

In a cool and distant silent grave.

 

Lovely cradle of my grieving,

Lovely tomb where peace I knew,

Lovely town that I am leaving,

Farewell, farewell.

6. Wait, Oh Wait Hasty Boatman

 

Wait, oh wait there hasty boatman,

Soon I'll follow to the harbour,

Soon, soon, soon.

From two loves I am departing,

From my country and from her.

 

Blood springs freely from my body,

Blood springs freely from my eyes,

Let me with the scalding blood flow,

Write the pain of my demise.

 

Ah, my love, why at this moment

Do you shake to see my blood?

You knew that my heart was bleeding,

All those years you understood! Oh!

 

Do you know the ancient story

How the snake in Paradise,

Gave to Eve the evil apple

Causing all of man's demise?

 

Evil started with this apple,

Eve, she brought us only death

Flames were brought to Troy by Paris,

You! you brought both the flames and death.

7. Hills And Castle Rise Prevailing

 

Hills and castle rise prevailing,

Mirrored is the river Rhine

Where my little boat is sailing

Where the suns rays brightly shine,

Where the suns rays brightly shine.

 

Silently I watch the breaking

Of the little golden waves;

Dreams I thought were dead are waking,

Rising from their silent graves,

Rising from their silent graves.

 

Splendid river bright and friendly

Lures me with its golden light;

Though its surface shines about me,

Down below dwells death and night,

Down below dwells death and night.

 

Outward joy but heart of malice,

My beloved and the Rhine,

She too lifts the friendly chalice

Smiles so gently, so divine,

Smiles so gently, so divine.

8. My Heart Was Aching

 

At the start my heart was aching,

How could I have borne it so?

Now despair I am forsaking,

Only never ask me how,

Not how.

9. With Myrtle And Roses

 

With myrtle and roses so fair to behold,

With fragrant cypress and leaf of gold,

I would like to adorn this book as a shrine,

And bury all these poems of mine.

 

If only my love could lie in that tomb,

On the grave of great love flowers of peace always bloom,

They grow there for you to pluck and to save,

But not for me till I lie in my grave,

Till I lie in my grave.

 

So here are my songs once so full of hope,

Flowing fast as lava on Mount Etna's slope,

They burst from the depths of my soul into light,

To shower the world with their radiance so bright.

 

They lie now so still in silent death,

As pale as the mist that covers the heath,

Yet the fire of old would quicken to flame,

If a loving spirit came once again,

Yet the fire of old would quicken to flame,

If a loving spirit came once again.

 

It was clear in my heart that I've known it long;

The ghost of love will breathe on my songs;

Oh could you hold this book one day,

My sweetest love, my sweetest love so far away.

 

Then gone is the spell that held them fast,

The faded words will look up at last,

And gaze with desire in your lovely eyes,

And whisper with sadness of lovers' sighs.

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